Jazz Winter - Absolute Hingabe

Autorin: Jazz Winter
Titel: Absolute Hingabe
Reihe: Einzeltitel
Genre: Soft-SM / BDSM
Seiten: 224
Verlag: Plaisir d'Amour
Erscheinungstermin: 12/2011
Preis: 14,90 € (6,99€ - ebook)

Der Roman ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.
Inhalt:
Ruben Eastwick steht kurz vor der Hochzeit. Seine Braut ahnt nichts von seiner dominanten BDSM-Neigung - und das soll nach seiner Meinung auch so bleiben. Doch Ruben hat eine Sklavin, Emma, die er für zu zerbrechlich hält, um sie einfach abzuservieren. Und so übereignet er Emma dem Dominus Cedric Seymour als 24/7-Sklavin und mit dem Wink, Cedric solle sich Emma gänzlich unterwerfen. Doch was Ruben nie zur Kenntnis genommen hat, ist, das Emma gar nicht so zerbrechlich ist, wie er glaubt.
Cedric sieht sich plötzlich einer pikanten Aufgabe entgegengestellt. Denn Emma reizt ihn nicht nur, sondern er stellt auch noch fest, dass Ruben – als Emmas bisher erster und einziger Dominus - so manches Detail in ihrer Erziehung ausgelassen hat.
Emma, die zuerst empört darüber ist, dass Ruben sie wie einen Gegenstand an den ihr unbekannten Cedric verschenkt, findet schnell Gefallen an ihrem neuen Besitzer ... (Plaisir d'Amour)
Review:
Wie man unschwer erkennen kann, bin ich ein Fan der Autorin, da sie es mit jedem ihrer Bücher schafft mich zu fesseln und mich um meinen Schlaf zu bringen. Auch ihr neustes Werk schaffte dies wieder. Zwar ist es wie die anderen Romane im BDSM-Bereich angesiedelt, doch unterscheidet es sich deutlich von den Vorherigen. Es geht eine Stufe härter zu und mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet hatte, war "Heftig aber wirklich gut!". 

Nicht nur der Inhalt hat mich hundertprozentig überzeugt, auch das Cover ist wieder wunderschön und ist in jedem Bücherregal eine kleine Augenweide. Plaisir d'Amour ist zwar ein kleiner Verlag, aber wie ich finde, wird deswegen ein besonderes Augenmerk auf die Umschlaggestaltung gelegt. Sie spiegeln immer den Inhalt wieder.
Das Covers ist sehr gut auf den Inhalt und dem Aussehen der Protagonistin abgestimmt und vor allem sehr sinnlich. Auch der Titel ist gut gewählt und beschreibt in nur diesen zwei kleinen Wörtern, um was es sich letztendlich dreht, um "Absolute Hingabe".

Von Anfang an ist man mitten im Geschehen und lernt die Protagonisten und deren Vorlieben kennen, allerdings wird auch deutlich, dass etwas nicht stimmt.
Emma ist seit 2 Jahren die Sklavin des Dominus Ruben Eastwick und in all der Zeit hat er nie bemerkt, wie unerfahren sie doch ist. Er glaubt sie zu kennen, doch seine Wahrnehmung bzw. das was er zu Glauben scheint, entspricht nicht den Tatsachen. 
Emma ist weder schüchtern, scheu oder zerbrechlich oder muss gar zu ihrem Glück gezwungen werden. Sie ist klug, selbstbewusst, temperamentvoll aber sie muss sich auch erst selbst finden, erkennen was in ihr steckt und ihre sexuellen Grenzen austesten. Zwar machte sie in der ersten Szene genau den Eindruck, den Ruben von ihr hat aber gleich in der darauffolgenden Szene beweist sie ihr wahres Ich und damit hatte sie mich. Die Szene in der Ruben Emma an Cedric übereignen will ist herrlich und zeigt, dass Emma nicht nur eine kleine Sklavin ist, die sich alles gefallen lässt, sonder auch, dass sie ihren eigen Willen besitzt und sich nicht alles gefallen lässt, auch wenn sie unerfahren ist.
Auch Cedric gefiel mir vom ersten Moment an, denn er wirkt auf seine Art mysteriös und man kann ihn meiner Meinung nach nicht mit den Subi-Verstehern Stuart und Simon vergleichen. Er strahlt einfach eine unterschwellige Dominanz aus, die man im ersten Moment nicht greifen kann aber die dennoch sehr präsent ist. Er ist unberechenbar und gerade diese Eigenschaft macht ihn zum perfekten dominanten Protagonisten in diesem Roman.
Jazz Winter hat mit Emma und Cedric wunderbare Charaktere kreiert, die sich ergänzen. Auch schaffte sie es wieder, ihren Figuren eine Tiefe und Vielschichtigkeit zu verleihen, sodass sie glaubhaft wirkten. Man kann ihre Gedankengänge und Gefühle gut nachvollziehen, mit ihnen mitfühlen, ja sogar mitleiden, so facettenreich wurden sie geschildert. Doch drängt sich die Liebesgeschichte nicht zu doll in den Vordergrund und erstickt somit die erotische Handlung. Sie brodelt im Hintergrund, ist präsent aber nicht erdrückend, denn es wird klar das Spiel an der Dominanz und Unterwerfung in den Mittelpunkt gestellt.

In "Absolute Hingabe" geht es nicht nur um die reine Unterwerfung, sondern auch um das Austesten der Grenzen. Und ich muss sagen, dass diese zum Teil sehr heftig sind, aber auch zur Spielart BDSM gehören.  Jazz Winter spielt in ihrem Buch mit einigen BDSM-Grundformen, die abschreckend wirken können, da die Protagonistin im ersten Moment gegen ihre Überzeugungen handelt, sogar genötigt wird und man daraus schließen könnte, dass dort von Cedriks Seite her mangelnder Respekt dahinter steckt.
Respekt spielt eine wichtige Rolle in diesem Roman. Viele werden ihn vermissen aber ich sehe das etwas anders. Cedric geht keineswegs respektlos mit Emma um, er hat ihn vor ihr, nur erkennt man ihn erst auf den zweiten Blick. Es geht Cedric nicht in erster Linie darum, sie so gut wie möglich zu demütigen und zu erniedrigen oder sie sogar dermaßen abzuschrecken, dass sie nie wieder etwas mit der Szene zu tun haben möchte. Er zeigt ihr einfach, wie es tatsächlich sein kann eine Sklavin zu sein. Er spielt mit ihr aber vor allem mit ihrem Kopf. Die Methoden, die er dabei anwendet sind, wie man so schön sagt, krass aber legitim. Es ist schwierig zu beschreiben und ich ziehe da auch eine Parallele zum ersten Teil der Miami-Reihe "Liebessklavin", denn dort wird wirklich aufgezeigt, wie wenig Respekt ein Dom gegenüber einer Sklavin haben und auf welche Art das Spiel ausarten kann, sodass von der Sub nicht mehr viel übrig bleibt.
Ich überanalysiere das Buch mal wieder zu sehr (Psychologiekurs lässt Grüßen), aber mich interessiert einfach was dahinter steckt. Da ich es vor allem mag, wenn der Autor bzw. die Autorin mit den Köpfen der Leser spielt und sie zum Nachdenken anregt und das gelang der Autorin mit ihrem Roman bei mir.

Aber nicht nur regte mich Frau Winter zum nachdenken an, sondern lieferte mit ihrem Roman ein Kopfkino der extra Klasse ab. Ich konnte mir von Anfang an sowohl die Figuren als auch das Setting vorstellen. Sie hat eine sehr detaillierte und plastische Erzählweise, die sowohl fesselt als auch unterhält und das von der ersten Seite an. Die erotischen Szenen sind gut in den Plot integriert und ergeben damit eine vollständige und niemals unschlüssige Handlung.
Die Wortwahl während der Sexszenen war wie immer gut gewählt, niemals plump oder vulgär. Sie driftete niemals in typische Phrasen und Trivialitäten ab und schaffte es mit ihren Worten die Story auf einen gleichbleibenden guten und sinnlichen Level zu halten. Und einen Extrapunkt bekommt sie von mir, da es ihr gelang, nicht allzu oft (10x) das Wort "fic..en" zu benutzen. Danke ;)

Für mich war Jazz Winters Ü-Ei-Roman "Absolute Hingabe" wieder ein sehr gelungener und erotischer BDSM-Roman, der klar an seine Vorgänger heranreicht und den man unbedingt lesen sollte.
Die Protagonisten, Nebenfiguren und die Handlung ergeben einen sehr stimmigen, spannenden und hocherotischen Roman, der eine Spur härter daher kommt.
Jazz Winter schafft es einfach, mir mit ihren Romanen den Nachtschlaf zu rauben. Ein kleines ABER gibt es dennoch: So sehr mir der Roman auch gefallen hat, finde ich die "Liebessklavin" und "Zähmung der Wildkatze" ein klitzekleines bisschen besser und deshalb gibt es "nur" 4 3/4 Eulen von mir ;)



Hier geht es zu den Reviews der Romane von Jazz Winter und dem Interview mit ihr.

3 Kommentare

{ Jazz Winter } at: 31. Januar 2012 um 17:26 hat gesagt…

*nur* 4 3/4 Eulchen? *seufz* Ich freu mich, danke dir für diese schöne Rezi, Mia! ;) Deine Analyse ist wieder einmal sehr treffend auf den Punkt gebracht.

Bin jetzt mal gespannt auf dein neues Layout!

Gutes Gelingen und liebe Grüße
Jazz

{ Mia } at: 31. Januar 2012 um 17:35 hat gesagt…

Eigentlich müsste ich dafür noch neue Eulen basteln *grins*
In meiner ersten Fassung hatte ich sogar noch mehr analysiert aber mir fällt partout nicht ein, was es genau war.
Ach und bei der einen Stelle, als Cedric Emma vorschreibt, was sie essen darf, habe ich nur darauf gewartet, dass er ihr sagt wie viele Erbsen und wie viel Kartoffelpüree sie essen darf *lach*

{ Jazz Winter } at: 31. Januar 2012 um 21:34 hat gesagt…

*weglach* Oh gott das hatte ich total vergessen, jetzt wo du es sagst, ähnelt die Szene tatsächlich dem Film"Secretary" *weglach* 5 Erbsen einen Löffel Püree und soviel Eis wie du willst!" *lach* Ich mag diesen Film ;)
LG
Jazz

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