Interview mit Jazz Winter #1

Heute stelle ich euch etwas ganz besonderes vor, mein erstes Interview. Ganz besonders freut es mich, dass Jazz Winter, eine meiner Lieblingsautorinnen, sich dafür Zeit genommen und meine gefühlten 1000 Fragen sehr ausführlich beantwortet hat. Wie sie es so treffend geschrieben hat "... wenn zwei Nachteulen was zusammenbasteln, dann wird daraus viel Lesestoff."

Jazz Winter bezeichnet sich selbst als  freiberufliche Kopfkinoautorin für erotische Romane und lebt mit ihren zwei kleinen Hundeponys dort, wo andere Urlaub machen. Mit ihrem Debütroman "Die Liebessklavin" schaffte sie es 2010 auf Anhieb in die Erotik-Jahresbestsellerlisten von Amazon und dieses Jahr auch in die Jahresbestsellerliste von Libri. Am 12. Dezember ist nun auch die Lizenzausgabe der Liebessklavin bei Heyne erschienen und 2012 dürfen wir uns auch auf die Wildkatze freuen. Unter ihrem Pseudonym Pandora Winter schreibt sie paranormale Erotik.

Nun folgt der erste Teil des Interviews, denn wie ich schon schrieb, es gibt eine Menge zu lesen. Noch einmal vielen lieben Dank Jazz, dass du mich interviewtechnisch entjungfert hast *lach*

Zuallererst, wer ist Jazz Winter, versuch dich in nur 5 Wörtern selbst zu beschreiben?
*lach* Äh, Nachteule, Hundenärrin, Toscanaverliebt, Eso-angehaucht, wissbegierig, harmlos *lach*

Was hat dich dazu gebracht, Stift und Papier in die Hand zu nehmen und zu schreiben, wer oder was war deine Inspiration?
Oh je, das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr, weil das schon weit in meine Kindheit zurückreicht. Ich habe schon recht früh angefangen Tagebuch zu schreiben. Statt Einträge wie: Heute war ein doofer Tag, weil der Junge XY mich nicht angesehen hat *schmunzel* Sind dort eher so kleine Gedichte und Geschichten drin gelandet. Meistens aus dem Alltag, die ich dann schriftlich weitererzählt habe, oder kleine Märchen. Ich denke einfach, das war so, ich hab immer schreiben wollen, Gedanken festgehalten, Moment in Worten skizziert, Beobachtungen in Tinte gebannt. Ich hab sogar ein Journal, das ich in meiner Jugend auf der alten Adler meines Großvaters getippt habe. Das Ding war so laut, dass es meine Mom fast in den Wahnsinn getrieben hat und sie mir dann zu Weihnachten eine elektrische Schreibmaschine geschenkt hat, die wesentlich leiser war *weglach* Die Inspirationen dazu kamen einfach aus dem Alltag. Ich habe früher schon oft und gerne Menschen einfach still beobachtet, was ich auch heute noch gern mache. Ich sitze in einem Cafe und betrachte die Menschen um mich herum, frage mich, wer sie wohl sind, was sie erlebt haben, woher sie kommen usw. Manchmal passiert es dann sogar, dass ich plötzlich in Gedanken "ihre" Geschichte spinne. ;) 

Was für ein Gefühl war es, dein erstes eigenes Buch in den Händen zu halten?
Hm, das geht mir heute noch so. Jedes Buch, das in gedruckter Form in meinen Händen landet, aus meiner eigenen Feder sozusagen, ist einfach umwerfend. Zuerst blickt man skeptisch drauf und liest mehr als einmal den Namen auf dem Buchdeckel, als müsste man sich sichergehen, dass es auch wirklich das eigene ist. *lach* Mir klopft dann jedes Mal das Herz so heftig, dass es fast droht, aus der Brust zu hüpfen. Es ist einfach unbeschreiblich, besonders für mich, weil das ein Traum ist, zu sehen, wie deine Worte ein Buch füllen und der Gedanke, dass Menschen es lesen werden. Das eigene Buch in Händen zu halten, ist so wertvoll und besonders und verliert für mich nie an Schatzqualität. Bald kommt mein 4. Roman raus und ich bin noch genauso hibbelig und aufgeregt wie bei meinem Ersten. Ich liebe dieses Gefühl. ;)

Wie sieht dein durchschnittlicher Arbeitstag aus, wenn du an einem Buch arbeitest?
Zu allererst brauche ich einen Kaffee, ohne Kaffee funktioniert meine Welt nur langsam, stockend und völlig verpeilt. *lach* Meistens drehe ich dann eine Runde mit meinem Fellmonstern, während ich gedanklich bereits anfange " zu arbeiten". Das ist fast wie ein Zwiegespräch mit mir selbst nach dem Motto: Heute könntest du das und das in die Kapitel bauen. Die Figur könnte das und das machen, sagen oder abwägen. usw. Bin ich dann wieder zu Hause, schnapp ich mir meine Kanne Kaffee, Milch und Zucker und setze mich hin. Und dann fange ich ganz unspektakulär an zu schreiben. Ich hatte mir mal eine Weile wirklich versucht anzugewöhnen nur zwei Kapitel pro Tag zu schreiben, aber manchmal fließen die Ideen und Worte so in meine Finger, dass ich völlig die Zeit vergesse und wenn ich das nächste Mal klar und deutlich wieder meine Umgebung wahrnehme, ist es meist draußen schon stockfinster und es ist Abend oder sogar schon Nacht. Dann habe ich meist mehr als zwei Kapitel gebastelt und notiere mir dann für den nächsten Tag bereits fürs nächste schon Anhaltspunkte, um dort dann wieder anzusetzen. Es ist manchmal wirklich unglaublich, wie fix die Zeit verfliegt, aber vielleicht macht es auch genau das Fesselnde daran aus. 

Wie verbringst du deine Freizeit am liebsten, wenn du nicht gerade schreibst?
Es ist kaum zu glauben, aber im Grunde schreibe ich immer, auch wenn ich gerade nicht am PC sitze oder Blatt und Stift in der Hand halte. Ich habe ständig Ideen, Geschichten oder nächste Kapitel im Kopf. Gute Ablenkung dafür ist, wenn ich mich mit lieben Freunden treffe, mit meiner besten Freundin skypen, Mittelalterflohmärkte besuche, Städte erkunde, Burgen, Schlösser, oder mit meinen Hunden irgendwelche Spiele spiele, Tricks einübe, Fährten lege, mich mit der hiesigen Hundehalterrunde auf Spaziergänge treffe, liebe Kolleginnen treffe und mit ihnen schnacken. Oder mit meiner Lieblingsverlegerin stundenlange Marathontelefonate abhalte. *grins* Oder ich buddele in meinem Garten rum. *lach* Aber es ist im Grunde egal was ich mache, irgendwo im hintersten Eckchen meines Kopfes, dreht sich alles um Geschichten.

Wie gestaltet sich der Schreibprozess für dich? Hast du irgendwelche Wesentlichen Must Haves, bevor du dich zum Schreiben hinsetzt oder kleine Rituale, die du vorher erledigst, bevor du anfängst?
Das einzige Must-Have das ich brauche, um zu schreiben, ist der berühmte erste Satz im ersten Kapitel meines Romans. Alles andere hat keine festen Rituale oder so, na vielleicht der Kaffee, der immer dazugehört. *lach* Hatte ich schon erwähnt, dass ich kaffeesüchtig bin und das Autorenleben dadurch reichlich ungesund sein kann? *lach* Ah und was ganz wichtig ist, RUHE! Kein Radio, kein Telefon, kein Krach, kein Fernseher, NÜSCHT! Zum Schreiben brauche ich absolute Ruhe, alles andere würde mich in den Wahnsinn treiben. Die einzigen Lebewesen, die bei mir eine totale Narrenfreiheit besitzen, sind meine Fellmonster, die dürfen auch mal zwischendurch stören, knutschen, knuddeln und ihre Prise Aufmerksamkeit einfordern. ;) 

Wo schreibst du normalerweise bzw. am liebsten? Am Schreibtisch, am Küchentisch, auf der Couch mit einem Notebook in der Hand?
Da ich zur Zeit noch in einem sehr kleinen Haus lebe, bleibt im Grunde nur mein "Wohnzimmer". *grins* Da mein Laptop letztes Jahr frühzeitig das zeitliche gesegnet hat und ich mir statt einen Ersatz lieber einen neuen Tower gekauft habe, der nicht über Wlan verfügt, muss ich wegen des Internetanschlusses noch im Wohnzimmer basteln. Da ich auch zwischenzeitlich recherchieren, oder im Web etwas "nachschlagen" muss, ist das eben die praktischste Lösung. Ich träume aber noch immer von einem hellen großen Arbeitszimmer mit einem großen klobigem Schreibtisch und einer schönen Aussicht aus einem großen Fenster. *schmunzel* 

Wenn du gerade an einem Roman schreibst, wie gehst du da vor? Hast du von Anfang an ein Grundkonzept bzw. eine genaue Vorstellung oder schreibst du manchmal auch einfach drauf los und schaust, wohin das letztendlich führt?
Mein erster Roman "Liebessklavin" ist mehr aus dem Bauch heraus ohne großes Konzept oder wie auch immer entstanden. Die Kapitel flossen regelrecht aus meinen Fingern in die Tastatur ohne das ich wusste, wohin mich die Story überhaupt führen wird. Zeitweise hatte ich sogar leichte Panik nie ein Ende zu finden. *lach* Ähnlich war es mit der "Zähmung der Wildkatze". Mit der Zeit allerdings lernt man doch einiges dazu und mittlerweile arbeite ich Halb und Halb. Ich schreibe mir einen Leitfaden mit den wichtigsten Eckpunkten. Da ist nur grob skizziert, wohin die Reise gehen soll, der Rest entsteht noch immer völlig aus dem Bauch heraus. Ich weiß oft nicht einmal, wie die Happyendings aussehen werden, bevor ich dort nicht angelangt bin. Das finde ich persönlich immer sehr spannend. Klar gibt es immer ein Happy End, weil ich Happy Endings auch genial finde, aber wie es passieren wird, das weiß ich selbst oft bis zum Schluss nicht. 

Wie lange schreibst du durchschnittlich an einem Roman oder schreibst du auch mal mehrere parallel?
Ich glaube, ich gelte unter Autoren als recht undiszipliniert. *lach* Wie lang ich für einen Roman brache ist sehr unterschiedlich und kommt im Grunde auf die Entwicklung der Geschichte selbst drauf an. Der erste Roman ist zum Beispiel in einem völlig Schreibwahn innerhalb von zwei Wochen mit einer durchschnittlichen Arbeitsintensität von täglich ca. 14 bis 16 Stunden entstanden. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. *lach* Der Fortsetzungsroman ist fast schon ein Selbstläufer gewesen, der mit einer ähnlich rasanten Schreibweise entstanden ist. Aber auch heute sitze ich öfter als geplant 10 bis 12 Stunden da und schreibe. Und undiszipliniert nenne ich mich deswegen, weil ich soviele Ideen im Kopf habe. Seit meiner Erstveröffentlichung möchte ich am liebsten 10 Romane zeitgleich schreiben und da fällt es manchmal echt schwer sich zu entscheiden und Prioritäten zu setzen. Gerade dieses Jahr hab ich gleich 4 Romane parallel geschrieben, dabei ist mir selber schwindelig geworden. *lach* Einer davon wird in den nächsten Tagen noch auf die Menschheit losgelassen und ich freu mich total darüber. Ich bin mal gespannt, wie die "Absolute Hingabe" bei meinen LeserInnen ankommen wird. Das Cover ist schon zum dahinschmelzen finde ich. ;) Die anderen werden wohl nächstes Jahr dann kommen. 

Hier geht es zum 2. Teil des Interviews :)

Und wenn ihr hier abbiegt, geht es zu Jazz Winters Homepage  und in dieser Richtung zu ihrer Facebookseite  *lach*

Hier geht es zu den Reviews ;)



Quelle von Cover,  Autorenvita: Plaisir d'Amour

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