Die Sache mit den Liebesromanen...

Vor ein paar Tagen habe ich mich spontan entschieden ein Buch von Nora Roberts zu lesen, welches ich noch auf meinem SUB hatte. Alles schon und gut, Inhaltsangabe klang ganz vielversprechend und so dachte ich mir, ich mache nichts falsch. Aber ich lag ja sowas von daneben. Es gibt wirklich Solche und Solche Liebesromane. Manche sind gut und bei manchen denkt man sich "Hinfort mit dir!". Nur um zu verdeutlichen um welches Buch es geht, hier einmal der Titel und Inhalt:

Die MacKades 1. Zwischen Sehnsucht und Verlangen von Nora Roberts
Als Rafe MacKade nach Antietam zurückkehrt, begegnet er der aparten Regan Bishop: schön, begehrenswert und unabhängig. Er steht vor der größten Herausforderung seines Leben. Denn wie kann er sie von seiner Liebe überzeugen? Der Auftakt zu Nora Roberts’ neuer Erfolgsserie um die vier faszinierenden MacKade-Brüder!

Wie gesagt klang alles gut und schön und das Buch war so an sich erst einmal nicht so schlecht, es wurde erklärt, was es mit den Brüdern auf sich hat und wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt haben. In diesem ersten Teil geht es Rafe, der nach 10 Jahren wieder in seine Heimatstadt als erfolgreicher Geschäftsmann heimkehrt um ein altes Gebäude zu kaufen und diesen in ein Hotel zu verwandeln. Dabei soll ihm die dortige Antiquitätenhändlerin Regan behilflich sein. Schön und gut, nicht weiter tragisch, doch dann kommen sie sich näher und als es dann zur ersten Liebesszene zwischen den Beiden gekommen ist, hätte ich auf gut deutsch gesagt, mich übergeben können, so schleimig, kitschig und schnulzig wie das beschrieben wurde. Wenn ich ein Buch lese hört es sich in meinem Kopf meist wie ein Hörbuch an, also der Sprachstil passt sich automatisch an und ich höre auch andere Stimmen jeweils (ist das schwierig zu erklären aber die meisten wissen bestimmt was ich meine). Jedenfalls die Szene fing an und schön driftete meine innere Stimme in so eine typische Groschenromanerzählweise ab. Also total übertrieben und schnulzig. Die Wortwahl ist so überzogen und und, ich kann gar keine richtigen Worte dafür finden. Diese eine Szene und ihr Schreibstil, haben mir das Buch total kaputt gemacht und ich hatte gar keine Lust mehr weiterzulesen, denn diese Erzählweise in meinem Kopf stellte sich einfach nicht ab. Aus diesem Grund werde ich mir die anderen Bücher gar nicht mehr vornehmen und ich kann auch überhaupt nicht nachvollziehen, wieso Nora Roberts so erfolgreich ist. Eventuell hab ich einfach einen schlechten Roman erwischt, aber der Eine hat mir schon gereicht. Bewertungstechnisch würde ich dem Buch 1 Eule geben, weniger geht fast nicht. Nicht nur diese eine Szene war furchtbar auch versuchte die Autorin einen Geist mit einzubauen, obwohl ich mir da nicht so ganz sicher bin, ob er nun wirklich existiert, da ich das Buch ja nicht zu Ende gelesen habe und es auch nicht mehr tun werde.


Wie ich schon sagte, gibt es halt diese kitschigen und total überzogenen Liebesromane und es gibt wirklich Gute (Meiner Meinung nach). Zum Beispiel die Romane von Jessica Bird sind wirklich toll und die Liebesszenen driften niemals ins kitschige, triviale ab. Dazu muss ich sagen, dass man ihre Bücher schon auf englisch lesen sollte, denn die deutschen wurden so stark gekürzt, dass es keinen Sinn mehr ergibt.
Noch so ein gutes Beispiel für einen guten Liebesroman bzw. -romane, sind die Titan-Sister-Romane von Susan Mallery. Und da ich ihn gerade gelesen habe, nehme ich den letzten Teil gleich mal als Beispiel für Cover und Inhalt.

Wer zuletzt küsst, küsst am längsten von Susan Mallery
Garth Duncan kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlt, nicht komplett von Rache erfüllt zu sein. Zwanzig Jahre ist es her, dass sein Vater ihn verstoßen hat, und endlich ist der Tag da, an dem er den alten Milliardär zu Fall bringen kann. Wäre da nicht die eifrige Polizistin Dana. Sie ist fest entschlossen, seinen Plan zu vereiteln. Je mehr er versucht, sie einzuschüchtern, desto gewillter scheint sie, die gute Seite an ihm zu sehen. Und je öfter er ihr in die Augen schaut, desto sehnlicher wünscht er sich, der Mann zu sein, den sie verdient.

Die Grundstory war schon sehr spannend und die 3 Vorgängerbücher haben gut auf diesen hingearbeitet. Von allen 4 Büchern hat mir dieses am besten gefallen. Ok über die Titel und Cover kann man sich streiten aber die Storys waren gar nicht so schlecht. Teil 1 "Wer zuerst kommt, küsst zuerst " war spannend und auf seine Art witzig, bei "Reden ist Silber, Küssen ist Gold "  habe ich geschimpft wie ein Rohrspatz über diese Sturheit und Idiotie der Hauptfiguren, aber auch dieser Roman war gut geschrieben und glaubhaft. Teil 3 "Frisch geküsst, ist halb gewonnen" hatte seinen ganz besonderen Reiz, was an den Figuren lag und man sehr viel Informationen über Garth erfahren hat. Wie gesagt alle 3 Bücher haben sehr gut auf das Finale hingearbeitet und waren nie langweilig und die Sexszenen niemals kitschig oder schwülstig. Auch der vierte Teil konnte mir sehr guten Protagonisten auffahren. Der Inhalt war nie langweilig oder unglaubwürdig. Es hat Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Ich könnte mitfühlen und leiden. Die Liebesszenen drifteten niemals in kitschige über. Sie waren sehr gut geschrieben, detailreich und schön und hatten nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts mit Groschenromanen zu tun. Auch diese innere fiese schwülstige Stimme kam nicht, wie bei dem anderen Buch. 
Diese Reihe würde von mir durchschnittlich 4 Eulen bekommen, da sie wirklich gut geschrieben sind und mir die Protagonisten alle sympathisch sind. Allerdings manche mehr als andere ^^ 


Ich weiß ich vergleiche hier wahrscheinlich Äpfel mit Birnen, wobei die Birnen wirklich 100 mal besser waren als dieser faule Apfel in Form eines Romans.
Womöglich liegt es auch an der Übersetzung, kann schon sein, war ja bei den Jessica Bird Büchern nichts anders, aber so an sich kann ich mir das nicht wirklich vorstellen, der Grundton bleibt wahrscheinlich der gleiche. Und wahrscheinlich bin ich nicht gemacht für Nora Roberts Romane. Wer weiß :)

Worauf ich eigentlich hinaus will, der Ton macht die Musik und man kann nicht nur an einem Roman ein Genre ausmachen. Wer diesen Roman von Nora Roberts genauso furchtbar fand und es eventuell sein erster Ausflug in diese Richtung war, denkt sich eventuell, dass das Vorurteil gegenüber dieser Sparte gerechtfertigt ist und fasst sogar nie wieder so ein Buch an aber man kann nun einmal nicht alle Bücher über einen Kamm scheren. Es gibt immer Gute und Schlechte, genau wie es schnulzige Liebesromane und gefühlvolle, abwechslungsreiche und gut geschriebene gibt, die nicht mit dem gängigen Klischee zu tun haben. Zudem habe ich mir im Laufe der Zeit abgewöhnt Bücher nach ihrem Cover zu urteilen. Man sehe sich nur die Cover von Susan Mallery an, schön ist was anderes aber sie sind witzig und jedem das seine.

Liebesromane sind und bleiben ein fester Bestandteil in der Literatur und manche Autoren schreiben wie am Fließband um der Nachfrage gerecht zu werden, da kann nun einmal nicht immer ein Spitzenbuch herauskommen, das erwartet bestimmt auch niemand. Aber ich glaube kaum, dass es für einen Autor ein Kompliment ist, seine Bücher als Groschenheftchen zu bezeichnen. Aber dann sollte man auch darauf achten welchen Stil man verwendet.
Wie man merkt, achte ich sehr stark auf die Wortwahl und den Sprachstil und wenn dieser mir nicht zusagt, lese ich meistens auch keine Bücher mehr von diesem Autor. Ausnahmen bestätigen aber die Regel, zum Beispiel hat mir auch der Schreibstil von Rebecca Blakes "Blutlust" nicht so gut gefallen, dennoch habe ich mir "Schwingen der Lust" gekauft und irgendwie bereue ich es schon ein wenig, denn wenn es um die Beschreibung von Sexszenen geht, beweist sie kein großes Talent und macht mit ihrer Schreibweise die ganzen Szenen zunichte. Aber darüber schreib ich noch eine Review, wenn ich mich irgendwann komplett durch das Buch gequält habe.

Manche Bücher können noch so gut sein und dennoch bewerte ich sie schlecht, wenn mir der Schreib- und Sprachstil nicht gefällt, deswegen weichen meine Reviews manchmal extrem von der allgemeinen Meinung ab und ich denke mir immer ob ich denn das gleiche Buch gelesen habe wie die anderen die 5 Sterne vergeben habe und ich manchmal sogar nur 2. Aber ich bin ehrlich und sage wenn mir etwas an einem Buch nicht gefällt. Eventuell versteh ich es auch anders, aber jeder hat ja seine eigene Meinung und Geschmack und leider sind solche Romane im Stile von Nora Roberts überhaupt nicht Meiner :)  

Ich bin etwas vom Thema abgekommen aber ich hoffe ihr versteht wenigstens ein wenig, was ich mit diesem Post sagen möchte (auch wenn sogar ich zeitweilig den Faden verloren habe) *lach* 

2 Kommentare

{ Jess } at: 6. September 2011 um 17:41 hat gesagt…

Toller Post!
Und ich habe verstanden was du meinst ;)

Ich habe schon seeeeeeeehr viele Bücher von Nora Roberts gelesen und war immer etwas hin und hergerissen. Bei vielen ihrer Irland Bücher war ich wie gebannt und konnte nicht aufhören aber bei den Büchern die Außerhalb Irlands liegen, kann sie mich nicht fesseln.

Auch ich finde das Schreibstil und Sprachstil in einem Buch sehr viel Gewicht tragen, gefällt mir dieser nicht, kann es auch manchmal sein das ein Buch bei mir durchfällt. Hier muss dann der Inhalt wirklich stimmen damit ich glücklich werde. Kann dich also verstehen. Und leider habe ich auch schon fiese Kommentare bekommen weil ich ein Buch mal nicht die Höchstnote gegeben habe, obwohl alle anderen es tun. Meist bei Amazon, wird man dann so schön anonym mit nicht Hilfreich bewertet und das ist schon ätzend. Denn jeder hat halt einen anderen Geschmack aber das ist jetzt was anderes.

Wie gesagt, toller Post.
Liebe Grüße Jessi

{ Mia } at: 6. September 2011 um 18:42 hat gesagt…

Danke ^^

Diese nicht hilfreich find ich auch immer toll, dann sollen sie doch hinschreiben, was ihnen an der Review nicht gefällt. Aber ich glaube auch manchmal sind es Leute, die dort auch schon eine Review stehen haben und wenn deine besser ist, voten die gleich mal negativ. Hab aber auch schon gehört, dass ein Autor sich unter falschen Namen einloggt und das Buch in den höchsten Tönen lobt und jede negative Kritik mies macht.
Aber an sich stört mich das weniger :)

Liebe Grüße zurück ^^

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