Jazz Winter - Liebessklavin

Autorin: Jazz Winter
Seiten: 275
Preis: 14,90€ oder 6,99€ als eBook

Inhalt:
Der erfolgreiche Geschäftsmann Simon DiLucca offeriert der Innenarchitektin Erica, die die Arbeiten an seinem exklusiven Erotikrestaurant abgeschlossen hat, ein ganz besonderes Geschenk: eine Nacht in einem der von ihr eingerichteten Mottoräume des Restaurants. Nach anfänglichem Zögern lässt sie sich darauf ein. Doch die Nacht verläuft völlig anders, als gedacht, denn Simon will mehr von ihr.
Langsam führt Simon sie an ihre Grenzen und in seine Welt des SM. Nie zuvor hat Erica gewagt, sich so devot einem Mann zu offenbaren, sie wird süchtig nach ihrem Meister und der Befriedigung, die nur er ihr schenken kann. Doch diese Welt der tabulosen Lust und Unterwerfung hat auch ihre Schattenseiten ...

Review:
Diesmal stelle ich euch wieder eines meiner Lieblingsbücher aus der Ü18-Abteilung vor. Wie man am Cover und Titel erkennen kann, handelt es sich um einen Erotikroman, in dem die Thematik Dominanz und Unterwerfung die Hauptrolle spielt.

Auf die Autorin bin ich durch eine Kurzgeschichte in der Anthologie "Wenn es dunkel wird im Märchenwald 2" aufmerksam geworden. Ihre Geschichte über Aschenbrödel/Aschenputtel hat mir von Allen am besten gefallen.
Ich möchte ihren Schreib- und Erzählstil von Anfang an. Er ist nicht nur  sehr erotisch, sondern sie schafft es auch eine Grundspannung mit einzubauen, die einen sofort fesselt und nicht wieder loslässt. Man möchte die Bücher gar nicht mehr weglegen.

Allein über das Cover könnte ich stundenlang schwärmen. Dieses hat einfach etwas an sich, ich kann einfach nicht die Augen davon lassen. Nicht nur passen die Modells sehr gut, sondern auch die Position passt zur Thematik. Denn die Stellung lässt deutlich erkennen, wer hier den dominante Part hat. Auch der Kontrast zwischen dem gebräunten Mann und dieser wirklich blassen Haut der Frau hat seinen Reiz. Obwohl ich ihr wirklich Konkurrenz machen könnte, was die Blässe angeht XD.

Die Inhaltsangabe drückt sehr gut aus, um was es in dem Buch geht. Um das Entdecken der wahren Sexualität, in der man nicht mehr länger in Schubladen denken sollte. Indem Dominanz und Unterwerfung nichts mit bis auf Blut peitschende Perverse zu tun hat.
Erica stellt fest, dass sie eine devote Seite besitzt, die bisher in ihr geschlummert hat und nun ihr Recht fordert. Sie kann sich das erste Mal wirklich gehen lassen unter der Dominanz von Simon DiLucca. Für sie wird es nie wieder normaler Blümchensex sein, sie will einfach mehr und all dies findet sie in ihm.
Erica hat eine starke Persönlichkeit, ein eigenes Leben und verdient ihr eigenes Geld, sie muss nicht von einem Mann abhängig sein und sich unterordnen, doch sie will genau dies auf sexueller Ebene. Auch wenn sie vieles hinterfragt und manchmal unsicher ist, so steht sie doch zu ihrem Entschluss sich zu unterwerfen.
Simon ist für mich ein wirklich gut beschriebener Charakter. Denn unter der dominanten Schalle steckt auch noch ein Mensch, der fühlt, leidet und lieben kann. Seine Persönlichkeit ist sehr facettenreich und diese Mischung aus Dominus und gefühlvollen Mann, macht seinen Reiz aus.
Jazz Winter schafft es einfach ihren Figuren leben einzuhauchen, sie so vielschichtig und glaubhaft darzustellen, dass man mit ihnen mitfühlen, ja sogar mitleiden kann.

Simon zeigt Erica auf besonders liebevolle Art, wie die Welt von BDSM aussieht und wie lustvoll sie ist. Auf diese Weise führt er sie in seine Welt ein und zeigt ihr, dass sie im Vertrauen und das sie, egal was sie machen, dass Spiel sofort beenden kann, da es für ihn wirklich nur ein Spiel ist. Sie kann ihm als Dominus absolut Vertrauen und Simon gibt ihr die Gewissheit, dass er seine Macht als Dom über sie nicht missbrauchen wird. Er will ihr keinen wirklichen körperlichen oder seelischen Schaden zufügen, sondern ihr nur die Lust am Schmerz zeigen.
Besonders folgendes Zitat drückt das für mich sehr deutlich aus:  „Glaubst du, ich will dich brechen? Dir dein Selbstbewusstsein nehmen? Im Gegenteil, ich will dich an deine sexuellen Grenzen führen. Ich werde dich Demut lehren, mir zu gehorchen. Ich will dein Herr sein, dein Meister. Ich will deine Lust schüren, deinen Körper beherrschen und dir meine Welt zeigen.“ (S. 22 aus Liebessklavin) 

Jazz Winter ist es auf besondere Art und Weise gelungen nicht nur den Reiz an Dominanz und Unterwerfung, Soft-SM, BDSM, sondern auch die Schattenseiten daran aufzuzeigen. Denn in den meisten Büchern wird nie über die dunkle Seite des Spiels gesprochen. Auch bei Diesem gibt es dunkle Seiten und noch schwärzere Schafe. Zwar sind diese Szenen wirklich abschreckend und viele nehmen sie auch als Argument gegen diese Sexpraktik, doch für mich zeigen sie einfach nur die Abgründe von Menschen, die wirklich alles mit sich machen lassen und sich so stark unterwerfen bzw. sich dominieren lassen, dass ihnen egal ist, was mit ihnen geschieht.
Ich habe schon viele Bücher über BDSM und SM gelesen. In manchen wird es stark verharmlost und in eine nette kleine Liebesgeschichte eingepackt, die den Großteil der Handlung ausmacht. Die Autorin hingegen lässt ihren männlichen Protagonisten auch schon Mal die Frau die er liebt ohrfeigen. Denn auch das gehört zur Erziehung einer Sklavin dazu: Bestrafung!

Für mich waren der ganze Erzählstil und die Beschreibungen so plastisch und detailreich, dass ich dieses Buch als kleinen kompletten Film im meinem Kopf habe sehen können. Und ich muss sagen, mir hat es gefallen ;)
Die erotischen Szenen waren gut in den Plot eingebettet und wirkten auf mich nie fehl am Platz. Auch die vermeintliche Entführung war gut beschrieben und ich konnte Ericas geheimste Fantasy und ihr Gefühlschaos sehr gut nachvollziehen, ohne des es an irgendeiner Stelle für mich unglaubwürdig wurde. Die Wortwahl während der Sex- und Sessionszenen ist gut gewählt und kam nicht plump oder vulgär daher. Sie driftete niemals in typische Phrasen und Trivialitäten ab, wo ich mir sonst immer denke "Oh bitte nicht, wie typisch!", sondern sie schaffte es mit ihren Worten die Situation auf einen gleichbleibenden guten und sinnlichen Level zu halten.

Für mich war dieses Buch ein sehr stimmiger, anregender und hocherotischer BDSM Roman, mit einer schönen Liebesgeschichte, die nicht so in den Vordergrund gedrängt wurde und einen ebenso tollen Happy End. Von solchen Büchern wünsche ich mir wirklich mehr und so bin ich auch sehr glücklich, dass es einen zweiten Teil gibt, der mir sogar noch einen Ticken besser gefallen hat, was vor allem an Maries Art lag.
Nichtsdestotrotz ist dieser erotische Roman von Jazz Winter absolut und uneingeschränkt empfehlenswert. Zurecht verdiente 5 Eulen und da es zu meinen Lieblingen gehört, bekommen die Eulen von mir sogar eine Goldanstrich verpasst :D

2 Kommentare

Anonym at: 26. Oktober 2012 um 14:04 hat gesagt…

wo kann man das online lesen?

{ Mia } at: 26. Oktober 2012 um 14:07 hat gesagt…

Online lesen? Kauf dir das Buch oder ebook. Ich unterstütze keine ebook-Piraterie. Die Autorinnen stecken da eine Menge Zeit hinein, um uns Leser ein tolles Buch zu liefern und du willst es nicht mal honorieren?

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