Isaac Marion - Mein fahler Freund

Autor: Isaac Marion
Seiten: 298
Preis: 19,95 €

Inhalt:
R ist ein Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten wissen: Tot sein ist leicht.
Bei einem der Raubzüge in der Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiß nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in Julie - ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen.

Review:
Das war das ungewöhnlichste Zombiebuch das ich je gelesen habe. Zombies die denken, fühlen und lieben, wo gibt es denn so etwas? Genau in diesem Buch von Isaac Marion. Zwar hat der Autor mit seiner Zombieliebesgeschichte kein Meilenstein im Untoten-Genre hingelegt, doch war dieses Buch eine nette kleine aber sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte, die mich zeitweilig an Twilight erinnert hat.

Aber erst einmal zur Covergestaltung. Wer bitte hat sich denn da ausgetobt? So an sich passen Titel und Covermotiv gut zur Story, aber wenn man sich einmal die Cover der englischen Ausgaben ansieht, erkennt man, dass auch für die deutsche Ausgabe stark auf dieser Teenieromanzenwelle ala Twilight mitgeschwommen werden wollte.

 


Für mich passen diese Cover einfach besser. Bei dem Titel "Mein fahler Freund" denkt auch sofort an eine Liebesgeschichte zwischen Teenagern, was so an sich ja auch passt, da Julie Anfang 20 ist (glaube ich zumindest, so genau wurde das nicht erwähnt).
Leider hat es auch der Preis in sich. Hätte ich das Buch nicht von Blogg Dein Buch bekommen, hätte ich es mir aufgrund der geringen Seitenzahl und der relativ großen Schrift niemals selber gekauft. Auch wenn es ein Hardcover ist, finde ich den Preis aufgrund dessen nicht gerechtfertigt.

Jetzt zum eigentlichen Buch und dessen Charakter. Das Story wurde aus R's Sichtweise in der Ich- Perspektive erzählt, sodass ich einen sehr guten Einblick in diese sterbende Welt und seine Gefühls- und Gedankenwelt hatte. Manche Beschreibungen von Zomies fand ich witzig auch wenn sie nicht neu waren, z.B. das diese den ganzen Tag umher schlürfen und stöhnen. Die Vorstellung davon ist irgendwie lustig.
Wie ich schon erwähnt habe, erinnerte mich R's grüblerische Gedanken manchmal an Edward aus Twilight. Ab und an verfällt er in depressive Gedanken und hat Selbstzweifel. Er sprüht in wahren Sinne des Wortes nicht mehr vor Leben, da er ja theoretisch tot ist. Dennoch ist er eine sympathische Figur und wirkt auf mich sehr glaubwürdig.
Julie lernen wir aufgrund R's Beschreibungen und Perrys Erinnerungen kennen (R hat Perry getötet und verzerrt nach und nach sein Gehirn. Damit können die Zombies kurzweilig wieder etwas anderes als Leere empfinden und lernen so das Leben der Opfer kennen). Anfangs hielt ich sie für naiv und für die typische weibliche, blonde und blauäugige Heldin, doch sie ist alles andere als Perfekt. Sie ist erfrischend unperfekt und hat sich noch nicht mit diesem Leben abgefunden. Sie kämpft gegen diese triste Welt, glaubt noch an Liebe und Hoffnung. 
Auch wenn es in ihrer Welt noch so unvorstellbar ist, so verliebt sie sich ausgerechnet in einen Zombie, und dieser in sie.

Und genau da setzen meine Überlegungen an. Wie definiert man eigentlich Leben und Tod? R zuckt jedes mal zusammen, wenn Julie ihn als tot bezeichnet, denn er empfindet sich nicht als tot. Er ist lebendig, er denkt, kann mehr oder weniger sprechen und entwickelt Gefühle. Er ist ganz und gar nicht tot, nur sein Körper hat seine Funktionen eingestellt. Genau das hat mir an Mr. Marions Buch so gefallen, denn Zombies werden nicht als Hirnlose Idioten dargestellt, die nicht wirklich existieren. Sie existieren nur auf eine uns fremde Art und Weise.

Aber über einen Gedanken von mir musste ich selber lachen. Ist Julie eigentlich Nekrophil? Sie fühlt sich zu R hingezogen und laut Definition sind Zombies ja tot. Also kann man es schon als Störung der Totenruhe bezeichnen, dass sie ihn küsst? *lach* 

Wie gesagt, das Buch ist eine nette kleine Liebesgeschichte mit Happy End in einem etwas außergewöhnlichen Setting. Nicht wirklich neu und dadurch zum Teil nicht wirklich spannend, aber mir hat das Buch gefallen, da ich die Protas sympathisch fand und ihre Entwicklung gut gelungen und nachvollziehbar beschrieben wurde.
Man sollte nicht zu viel erwarten aber für zwischendurch ist dieses Buch durchaus geeignet. Deswegen gebe ich auch 3 1/2 Punkte. Es ist eine Mischung aus "Kann man lesen, muss man aber nicht unbedingt" und "Gutes Buch".

Mein persönliches Fazit zu diesem Buch: Zombies sind auch nur Menschen. Sie haben Probleme und Ängste wie alle anderen, darin unterscheiden sie sich nicht von den Lebenden. Sie können sich nur nicht mehr so klar ausdrücken, doch eindeutig leben sie ihr Leben, auch wenn es auf eine merkwürdige Art geschieht.
Nur weil man ein Zombie ist, heißt das nicht, dass man aufhört zu leben, man tut es nur anders als zuvor. 

1 Kommentare Kommentar

Anonym at: 7. Oktober 2012 um 00:15 hat gesagt…

Ich kann dieser Bewertung nicht ganz zustimmen.
Ja, das Cover finde ich auch doof. Es ist zu sehr an Twilight angelehnt und auch so nicht wirklich schön gestalten zudem versteh ich mal wieder nicht, dass Deutschland mal wieder aus der Reihe tanzen und es komplett Twilightmäßig machen musste. Ich finde Warm Bodies klingt viel besser und die Covers dazu sehen auch sehr viel schöner und interessanter aus. Ich glaube hätte es nicht bei meiner einen Freundin im Regal gestanden, hätte ich es mir anhand des Äußeren gar nicht eines weiteren Blickes gewürdigt. -.-

Gott sei dank war dem nicht so und ich leihte mir das Buch mal aus, weil ich mir dachte "Les ich mal was von Zombies".
Nun zum Inhalt: Wärend ich das Buch dann las, musste ich gar nicht mehr an Twilight denken und da ärgerte ich mich wirklich über die deutsche Ausgabe (Es würde mit dem Titel Warm Bodies und auch einem Cover, welches dem Original ähnelt viel viel mehr Käufer finden, auch trotz des Preises. Da bin ich mir sicher!).
ICH LIEBE DIESES BUCH! Ich war einfach nur begeistert und auch froh, dass ich es wirklich lesen konnte. Trotzdem schrecke ich doch davor zurück es mir zu kaufen, aber auch wirklich nur wegen des Covers, weil ich wirklich immer SEHR auf das Aussehen eines Buches achte und befinde mich deswegen seeehr im zwiespalt.
Ich würde das Buch auf jeden Fall empfelen und wenn ihr die Möglichkeit habt es euch auszuleihen: DANN NUTZT SIE!!!

Jetzt bin ich noch gespannt auf den Film, der ja 2013 folgt und hoffe, dass sie ihn wirklich nicht so Twilightmäßig gemacht, sondern den eigenen "Charme" von R und seinen Zombies beibehalten haben. ^^

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