Sharon Page - Blutroter Kuss

Autor: Sharon Page
Seiten: 433
Preis: 9,50 €

Inhalt:
Serena Larks erotische Träume von Vampiren sind so lebendig, so intensiv … Ist sie gar selbst ein Geschöpf der Finsternis? In den dunklen Straßen von London sucht sie nach Antworten – gemeinsam mit den attraktiven Vampirjägern Drake Swift und Lord Jonathan Sommersby. Während das Trio der Wahrheit immer näher kommt, eröffnet sich Serena eine außergewöhnliche Welt sinnlicher Freuden, in der bald nur noch eins zählt: die Macht der Wollust!

Review:
Ich sage es lieber gleich, die ganze Review wird nur so von Spoilern (allerdings weniger zum eigentlichen Inhalt aber das Ende verrate ich ein wenig) wimmeln, aber anders kann ich mein Urteil über diesen Roman nicht abgeben. Also wenn ihr ihn noch lesen wollt, lest die Review am besten nicht und nur das Fazit am Ende. Bedenkt bitte, dass es meine Meinung ist und ich das Buch wirklich nicht schlecht machen möchte, denn wirklich schlecht ist es nicht. Nur im Vergleich zu „Blutrot“ konnte es mich nicht überzeugen.

Wo soll ich nur anfangen? Ich versuche das Buch einmal aus 2 verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Einmal aus dem, dass ich das erste Buch nicht gelesen haben und einmal im Vergleich zum ersten Teil. Ich kann gleich sagen, im Vergleich zum ersten Buch hat Dieses meine Erwartungen nicht erfüllen können.

Also erst einmal unabhängig vom ersten Teil, obwohl mir das wirklich schwer fällt.
Serena ist eine 24jährige Ex-Gouvernante, die in London versucht etwas über ihre Eltern zu erfahren, die angeblich von Vampiren getötet wurden. Jedoch stößt sie schnell auf das Geheimnis, dass Diese nicht von Blutsaugern getötet wurden, sondern das sie sogar von einen Abstand und somit der erste Mischling aus Vampir und Mensch ist. (Bis dahin noch nachvollziehbar für mich, denn das kannte ich schon aus anderen Büchern.)  
Nachts träumt sie von zwei Vampirjägern, die nicht unterschiedlicher sein könnten und erlebt mit ihnen erotische Abenteuer. Als sie beschließt mehr über ihre Herkunft herauszufinden, wird sie prompt entführt und wie es nicht anders sein konnte, wird sie genau von diesen sexy Vampirjägern gerettet und dann beginnt das Abenteuer um die Drei erst richtig.

Wie gesagt ist Serena eine Ex-Gouvernante, die einige Fehler begannen hat und diese heute noch bereut. (Jetzt wird es schwierig und ich versuche objektiv zu bleiben.) Sie ist vorsichtiger geworden und vertraut niemanden mehr so leicht. Sie ist eine Mischung aus Unschuld, Naivität und selbstbewusster Frau. Eine interessante Mischung, wenn dieser Wechsel zwischen hochanständiger Frau und Vamp nicht immer so schnell kommen würde. Von einer Minute auf die Nächste ist sie eine vollkommen Andere. Das hat mich schon etwas gestört und deswegen fand ich sie nicht so sympathisch wie Althea aus dem ersten Teil. (Okay mir ist es jetzt doch nicht gelungen objektiv zu bleiben.) Ich konnte einfach nicht warm werden mit ihr. Sie blieb für mich trotz aller Details nur eindimensional. Wie formuliere ich das jetzt ohne das es böse klingt, aber die Autorin versuchte meiner Meinung nach krampfhaft eine interessante Persönlichkeit aus Serena zu machen, ohne das es ihr wirklich gelungen ist.

Ihre beiden Mitstreiter Jonathon und Drake sind wie Tag und Nacht. Drake hat hellblonde Haare und einen Körper zum niederknien und gehört eindeutig zur Unterschicht. Er ist verwegen und für jede Schandtat bereit. Dennoch hat er eine gefühlvolle Seite an sich.
Jonathon ist ein Hüne von einem Mann. Groß, muskulös, dunkelhaarig und er gehört dem Adel an. Auch neigt er, aufgrund seiner Körpergröße, zur Tollpatschigkeit. Er ist einfach etwas ungelenk. Genau wie Drake ist er sehr selbstbewusst, jedoch stecken auch in ihm Unsicherheit und Zweifel. Das ging mir doch leicht auf die Nerven bei den Beiden, genau wie ihre Rivalität um Serena. In einem Moment sind sie selbstbewusst und sobald es um Serena geht verwandeln sie sich in liebeskranke Jungen. (Okay ich gebe es jetzt ganz auf, die beiden Bücher nicht zu Vergleichen.) Auch hier versuchte die Autorin wieder individuelle Männer zu erschaffen, doch leider bleibt der falle Nachgeschmack, dass diese doch sehr Bastien und Yannick ähneln (Die Helden aus dem ersten Teil). Nicht Äußerlich aber doch stark von ihrer Persönlichkeit und Gefühlswelt.

Der größte Kritikpunkt an diesem Buch waren für mich die Dialoge. Wo soll ich nur anfangen? Dieses verbale herumgezerre an Serena wiederholte sich ständig und leider waren diese auch nicht sonderlich originell. Einmal davon abgesehen verwandelte sich dieser Erotikroman schnell in ein Groschenheft. Die Dialoge während der Liebesszenen waren zum Teil furchtbar, vor allem die am Ende des Buches. Sie erinnerten mich doch stark an klischeehafte Pornodialoge. Es steckte keine Raffinesse dahinter.
Auch die Erklärungen für manche Begebenheiten waren so an den Haaren herbei gezogen, dass es schon regelrecht wehgetan tat. Beispiel gefälligst: Drake und Jonathon haben eine angespannte Beziehung und so ist es auch nicht gerade förderlich, dass sie erstens die gleiche Frau lieben und zweitens Drake zum Vampir wurde. Sie wären sich niemals näher gekommen, eher wäre die Hölle zugefroren. Doch als Jonathon für Serena ebenfalls zum Vampir wurde, fallen die Beiden regelrecht über einander her. Und ihre Erklärung? „Wir sind jetzt Vampire, da ist das ganz normal!“ Ach Bitte, erst nicht mit der Kneifzange anfassen wollen und dann gleich mit einander herummachen, sobald sie zu Vampiren geworden sind. Aber bei diese Erklärung „Bei Vampiren ist das ganz normal“ hätte ich jedes mal anfangen können zu schreien. Wieso bitteschön ist das normal. Sie sagen doch selber, dass sie sich nicht geändert haben, außer das sie physisch stärker und unsterblich geworden sind.
An ihren Körpern hat sich nichts geändert, dennoch war Serenas Gedanke bei einer der letzten Sexszene „Sie war ein Vampirin. Alles war möglich...“ für mich so absurd, dass ich wirklich an den Einfallsreichtum der Autorin gezweifelt habe. Alle die diese Szene kennen, wissen was die Drei da treiben und werden mir zustimmen, dass das auch möglich ist wenn man kein weiblicher Vampir ist.

Auch das Ende war für mich so was von unglaubwürdig und meiner Meinung nach wollte Miss Page einfach nur eines kleines Highlight einbauen. Denn ob ihr es glaub oder nicht, Serenas Mutter ist die erste Eva. Ja genau die Eva, von Adam und Eva. Doch er wollte sie nicht, da sie aus Erde geformt wurde und lieber eine kleine saubere Frau an seiner Seite haben wollte. *AnDenKopfFass*
Und wie nicht anders zu erwarten, war auch das Ende fast identisch mit dem ersten Teil.

Fazit: Leider war dieses Buch als Fortsetzung enttäuschend. Die erotischen Szenen waren für mich eher oberflächlich abgehandelt. Hauptsache alles wurde untergebracht, was schon im ersten Teil gut ankam. Leider kam bei mir diese Wiederholung gar nicht gut an. Ich hab immer wieder gedacht „Das kenne ich schon aus dem Vorgänger und da war es viel besser!“. Für mich war es eine „Blutrot“-Kopie, die nicht mal annähernd an die Qualität des ersten Teil heran kommt. Okay die Story war etwas anderes und an manchen Stellen ganz interessant aber leider mehr auch nicht.

Es werden viele nicht meiner Meinung sein, vor allem nicht diejenigen, die den ersten Teil nicht kennen. Für sie war es ein neuer, spannender und erotischer Roman, für mich allerdings war er eher abgekupfert und schwach. Ich hatte auch schon ein paar Andere gefragt, die diesen Roman auch gelesen haben, wie sie ihn finden und ob sie den ersten Teil kennen würden. Alle sagten sie finden ihn gut und sie hätten „Blutrot“ nicht gelesen. Aber bitte lasst euch nicht von meiner Review bzw. dem Fazit abschrecken Dieses oder andere Bücher von Sharon Page zu lesen. Wer den ersten Teil nicht kennt, dem wird „Blutroter Kuss“ bestimmt gefallen und nicht denken das es nur eine Kopie ist. Tut mir wirklich leid, wie gesagt ich mag die Bücher der Autorin aber für mich war dieser Roman eine kleine Enttäuschung und ich hatte mir einfach mehr versprochen.

Aufgrund dessen kann ich einfach keine Bewertung abgeben. Ich sage weder, dass es eine Zeitverschwendung, noch das es Empfehlenswert ist. Hätte ich „Blutroter Kuss“ ohne Vorkenntnisse gelesen, wäre meine Rezension bestimmt anders ausgefallen aber so kann ich einfach nicht objektiv bleiben und bewerten. Jeder sollte sich selber eine Meinung über das Buch bilden und herausfinden, ob es gefällt oder nicht oder ob ihr, wie ich, es mit „Blutrot“ vergleicht.

Ich möchte dem Mira Taschenbuch Verlag für das Rezensionsexemplar danken, auch wenn ich diesen Roman nicht ganz so objektiv rezensieren konnte, wie ich es gern getan hätte.

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